Andreas Koch
Andreas Koch
GeschäftsführerKEEST
Geschäftsführer

Haben Sie eine Frage? Wie dürfen wir Ihnen zu Diensten sein?

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

Kompetenz-Zentrum
Erneuerbare Energie-Systeme Thurgau

7. KEEST Unternehmer-Forum

10. November 2015

Elektro-Antriebe mit grossem Sparpotenzial

Pressebericht von Armin Menzi, Publizist, Walzmühlestrasse 10, 8500 Frauenfeld

Neue Elektromotoren mit moderner Drehzahlregelung oder eine konsequente Rückgewinnung von Wärme können den Energiebedarf in Industrie und Gewerbe drastisch senken. Das 7. Unternehmerforum des KEEST präsentierte in Arbon Beispiele aus der Praxis der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik.

ARBON (am) Das Potenzial für Energieeinsparungen bei Industrie, Gewerbe und Dienstleistungsunternehmen bleibt enorm: Es beträgt beim Strom und bei der Mobilität rund 10 und bei der Wärme sogar 15 Prozent. Dies erklärte Andreas Koch am 7. Unternehmerforum des „Kompetenzzentrums Erneuerbare Energie-Systeme Thurgau“ (KEEST) vor Vertretern aus Industrie und Gewerbe unter dem Dach der Otto Keller AG in Arbon. Der Kanton Thurgau treibe die Förderung des sparsamen Einsatzes von Energie weiterhin kräftig voran. Allein im letzten Jahr habe er 1230 Fördergesuche bewilligt und mit 14,5 Mio. Franken unterstützt – rund zur Hälfte mit Bundesgeldern. So besehen sei „das Thurgauer Programm keine ‚Subvention‘ für, sondern eine Investition in unsere Wirtschaft“, erklärte KEEST-Geschäftsführer Andreas Koch.

Indirekt 450 zusätzliche Arbeitsplätze

Koch rechnete vor, dass damit rund 85 Mio. Franken zusätzlicher Investitionen ausgelöst wurden. „Ein Franken Fördergeld führt so zu 6 bis 7 Franken Investitionen in die Wirtschaft“, erklärte er und rechnete hoch, dass auf diese Weise bis zu 450 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen würden. Eine Nutzen-Analyse bei mehr als 80 Thurgauer Firmen zeige zudem auf, dass Wirtschaft und Gewerbe nicht nur 34 Mio. Kilowattstunden Energie, sondern auch 3,2 Mio. Franken Kosten eingespart hätten. Unterstrichen wurde diese Einschätzung von Daniel Stüssi vom Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau (EKT). Die Kantonale Stromversorgerin fördert unter dem Label „Thurgauer Energie-Fitness“ ihrerseits Projekte für den sparsamen Einsatz von Strom mit bis zu 3,5 Rappen pro eingesparte Kilowattstunde Elektrizität. Davon profitieren Unternehmen, die jährlich mindestens 100‘000 Kilowattstunden (kWh) Strom oder 1 Mio. kWh thermische Energie benötigen.

Grosse Energieeinsparungen mit modernen Elektromotoren

Alfred Wüst, Geschäftsleiter des Ventilatorenbauers „Ventra Technik AG“ (Salmsach) zeigte am Beispiel von Ventilatoren, dass der Einsatz von modernen Elektromotoren mit einem hohen Wirkungsgrad entsprechend weniger Strom benötigt. Hierzu tragen auch moderne Frequenz-Umrichter bei, mit denen die Drehzahl von elektrischen Antrieben stufenlos gesteuert wird. Roger Jung von der „Burkhalter Technics AG“ merkte kritisch an, dass noch immer zu viele Anlagen überdimensioniert statt reguliert seien. Als Unsinn bezeichnete er auch Drosselklappen, die in Luftkanälen die Drücke und Strömungen bremsen. Besser sei, mit Frequenz-Umrichtern die Motoren zu regulieren, damit sie nur die Leistung zum Transport der realen Luftmengen bezögen: „Anlagen mit einer Drehzahlregelung verbrauchen bis zu einem Drittel weniger Strom“, erklärte Roger Jung und bemängelte, dass bis heute erst jedes fünfte Antriebssystem mit einem solchen Umrichter betrieben werde.

Wärmerückgewinnung spart bis 70 Prozent Energie

Um Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen sparsamer zu betreiben, müsse das Gesamtsystem ins Visier genommen werden, erklärte Dennis Reichardt, Mitinhaber und Geschäftsführer der Otto Keller AG. Die Arboner Anbieterin für Heizungs-, Lüftungs- und Kühlungsanlagen beschäftigt mittlerweile rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Schon einfache Wärmerückgewinnungs-Anlagen hätten ein Energie-Einsparpotenzial von zwischen 60 und 70 Prozent: „In den letzten zwölf Jahren hat sich in diesem Bereich viel bewegt. Entscheidend bleibt, dass man jedes Problem individuell beleuchtet und im System Gesamtlösungen anstrebt“, so Dennis Reichardt.

[ zurück zur Übersicht ]